Wir waren in Rom!!

Montag, den 13.01.2020

Im Oktober 2019 haben sich alle Perupaten bei Herrn Scheithauer getroffen, denn er wollte uns etwas Wichtiges verkünden: Drei Perupaten sollen/dürfen Anfang 2020 mit drei Lehrern, dem Bäckermeister Godi und zwei ehemaligen Schülern nach Rom zu Papst Franziskus fliegen, um ihm unseren Perumaus-Verkauf in einer Audienz vorzustellen!!! Alle waren sehr begeistert und überrascht, dass ausgerechnet Schüler aus der ALMA dem Heiligen Vater begegnen dürfen. Nun hatte Herr Scheithauer die schwierige Entscheidung zu treffen, drei Perupaten auszuwählen. Ende Oktober kam er zu einer Entscheidung und gab meinen zwei Klassenkameradinnen und mir Bescheid, dass wir mitfliegen dürfen. Ich habe mich riesig gefreut, konnte es nicht fassen und war sehr überrascht, dass ich ausgesucht wurde, denn so etwas erlebt man nicht alle Tage. Auch meine Familie hat sich riesig für mich gefreut. Die nächste Zeit war sehr aufregend, denn die Vorfreude stieg von Tag zu Tag. Außerdem bin ich noch nie zuvor geflogen und hatte Respekt vor meinem ersten Flug. Dann ging es endlich los! Am Montagmorgen (13.01.2020) um 5.15 Uhr trafen wir uns alle, um gemeinsam zum Flughafen in Hannover zu fahren. Unser Flieger ging um 8.20 Uhr. Das Einchecken sowie das Boarding war Premiere für mich, aber als ich endlich im Flieger saß, er gestartet war und wir uns im Reiseflug befanden, konnte ich den herrlichen Ausblick genießen. Wir landeten in Stuttgart zwischen, wo es allerdings ca. eine Stunde später schon weiter nach Rom ging, wo wir dann um 12.45 Uhr landeten. Am Ende war der Flug gar nicht so schlimm wie ich zuvor gedacht hatte. Als wir aus dem Terminal rauskamen, war es sehr warm (ca. 15 Grad) und sonnig, das totale Gegenteil wie es morgens noch in Deutschland gewesen war. Wir nahmen den Bus, der fast auseinanderzufallen schien, der uns über kaputte und holprige Straßen zum Bahnhof brachte. Die Fahrt war sehr spannend, denn in Italien fahren die Autos wie sie wollen, es gibt keine richtigen Spuren und auch nicht viele Ampeln. Jede Minute hörte man die Sirene eines Krankenwagens, doch die Rettungsgasse wurde leider nicht gebildet. In Deutschland ist das etwas besser geregelt und hier muss man auch keine großen Kreuzungen mittels eines Zebrastreifens überqueren und darauf vertrauen, dass die Autofahrer anhalten. Wir gingen dann zu Fuß weiter zu unserem Hotel Suore di Santa Elisabetta, einer ehemalige Schwesternunterkunft, die 10 Minuten vom Bahnhof entfernt lag. Als wir angekommen waren, brachten wir unser Gepäck aufs Zimmer und gingen gleich weiter zur U- Bahn. Auf dem Weg dorthin konnte ich einige Blicke auf schöne Bauwerke und auch viele Eindrücke der Großstadt erlangen. In der Metro war es ziemlich voll, sogar noch voller als in den Bussen und Zügen in Hildesheim. Es war auch eine Umstellung, denn alle Informationen waren entweder auf Italienisch oder Englisch, sodass ich mich erstmal daran gewöhnen musste. Mit der Zeit klappte dies aber ohne Probleme. Wir gingen zum Petersplatz (Vatikan), wo ich erstmal ziemlich erstaunt von den Menschenmassen war, die sich dort befanden. Auch der Anblick des Petersdoms verschlug mir erstmal die Sprache. Ich war völlig beeindruckt von der Größe, denn der Hildesheimer Dom ist dagegen gar nichts. Wir wollten auf die Kuppel des Petersdomes hinauf. Erst waren wir auf einer Tribüne, wo wir aus großer Höhe einen Einblick in den Petersdom erlangten. Dann sind wir die engen Treppen weiter und weiter nach oben gestiegen, bis wir nun endlich auf der Kuppel waren. Von dort oben konnten wir fast ganz Rom sehen und auch die riesige Audienzhalle, in der wir dem Papst die Perumaus-Aktion am Mittwoch persönlich vorstellen sollten. Der Anblick war für mich überwältigend und atemberaubend zugleich, aber nun wusste ich auch, in was für einer großen Halle die Audienz stattfinden sollte. Nach dem Abstieg konnten wir noch den Petersdom besichtigen. Dort hingen sehr viele Bilder an den Wänden und wir durften bei einer Gesangseinlage lauschen. Am Abend waren wir noch alle zusammen in einem Restaurant und dann sind wir wieder in unsere Unterkunft zurückgekehrt. Es war ein sehr schöner Tag, der allerdings sehr anstrengend war, sodass wir alle vor Müdigkeit gleich ins Bett gefallen sind. Bei mir sind sehr viele schöne Eindrücke und Bilder hängengeblieben, die ich nie vergessen werde. Die ganze Reise war ein tolles, einzigartiges, atemberaubendes Erlebnis und ich bin froh, dass ich die Chance bekam, dies erlebt zu haben.

Merle Hofmann

Dienstag, den 14.01.2020

Gleich am Dienstagmorgen, nach dem Frühstück um 8:30, gingen wir zu Fuß zu einem sehr populären Bauwerk in Rom, nämlich zum Kolosseum. Es waren viele Menschen da, deshalb war auch die Warteschlange, an der wir anstanden, dementsprechend lang. Dann kauften wir die Karten an der Kasse. Zuerst gingen wir die Steinstufen nach oben hinauf und guckten dann von einer Aussichtsplattform in das Kolosseum hinein. Ich hatte es bis zu dieser Zeit noch nicht von innen gesehen und war deshalb sehr überrascht und überwältigt zugleich. Vor allem weil es so gut erhalten war. Es war ein schöner, sonniger Tag und man sah viele Häuser um das Kolosseum. Nachdem wir einmal im gesamten Bauwerk umhergegangen waren, gingen wir nur ein paar Meter weiter zu einem weiteren berühmten Teil in der römischen Geschichte. Denn im Forum Romanum wurde das Römische Reich regiert. Dort waren viele wertvolle Skulpturen und Bauwerke. Ein großer Brunnen und meterhohe Bäume schmückten die Landschaft. Von ganz oben hat man eine großartige Aussicht über das Land, zumal man auch das Kolosseum von dort sehen konnte. Wir gingen über Straßen, bei denen man sich die Füße verknackst, und fuhren mit der Metro weiter zu Sankt Paul vor den Mauern. In dieser Kirche hängt von jedem Papst, der je gelebt hat, ein Bild und es gibt mehr als 300 Päpste. Im Garten steht eine Skulptur von Sankt Paul. Die Kirche war wie die gesamte Romfahrt wunderschön. Die Decke ist mit Gold verziert und die Bilder der Päpste hängen beeindruckend an der Wand. Da wir Hunger hatten, sind wir nicht lange geblieben. Danach haben wir den weiteren Ablauf geplant. Also sind wir erst wieder zum Petersplatz gefahren und haben uns dort getrennt. Manche haben die Karten für die Audienz gekauft und die anderen sind Souvenirs kaufen gegangen. Danach haben wir uns im Hotel getroffen, um Abendessen zu gehen. Zum Abschluss fuhren wir zum letzten Mal an diesem Tag mit der Metro. Und das zum berühmtesten Brunnen in Rom, dem Trevi-Brunnen. Dort darf man eigentlich kein Geld hineinwerfen, aber wir taten es doch, ohne dass es jemand mitbekam. Für mich war es einer der schönsten Tage in Rom

Enya Brandes

Mittwoch der 15. Januar 2020

Heute war der Tag der Audienz, an dem wir dem Heiligen Vater unser Peru-Projekt vorstellen sollten. Beim Frühstück merkte man schon die Nervosität der Lehrer und von uns. Nach dem Frühstück wurden Bäcker Godi, Herr Sagermann, Merle, Enya und ich mit einem Taxi zum Peters-Platz gefahren, wo wir uns für die Sicherheitskontrolle der Audienzhalle angestellt haben, trotz unseren Plätzen in der Prima Fila (die ersten zwei bis drei Reihen). Die anderen (Herr Scheithauer, Herr Olberts, Christoph und Tim) sind schon früher mit der Metro losgefahren. Als wir zu unseren Plätzen gingen, durften wir jedoch einen anderen Weg benutzen, der uns an den ganzen Menschen bis nach vorne vorbeiführte. Wir saßen in der zweiten Reihe von vorne und waren sehr aufgeregt und konnten es kaum abwarten, bis die Audienz endlich anfangen würde. Die anderen haben durch leichtes Mogeln und Schummeln vier Reihen hinter uns Plätze gefunden bei den anderen normalen Teilnehmern der Audienz und machten Fotos (wir bekamen nämlich nur 5 Plätze für die Prima Fila). Als es nun endlich so weit war, konnten wir, als der Papst seinen Weg vom Eingang hinten nach vorne zur Bühne machte, wirklich nichts sehen. Man sah nur einen riesigen Haufen von Menschen, die sich in die Mitte drängten. Dazu eine Welle von gezückten Handys und Kameras, die wie wild Fotos machten. Ich persönlich konnte nur die Selfie-Sticks zählen, die in den mittleren Gang zeigten. Als er nun endlich auf der Bühne stand, fing die Begrüßung mit einem Zitat aus der Bibel in mehreren Sprachen an, darunter auch in Deutsch. Während der Audienz haben mehrere Kameras gedreht und alles auf einen Bildschirm übertragen, damit auch der in der letzten Reihe alles sehen konnte. Als die Audienz zu Ende war, kam der Papst zu den Leuten in der Prima Fila runter, unter denen Behinderte, Kinder und Leute wie wir waren, die ein Projekt vorstellen wollten. Nachdem er die Behinderten und die Kinder gesegnet hatte, kam er zu uns und Herr Sagermann fing an, von dem Projekt zu erzählen. Ich war wie Enya und Merle vor Begeisterung schon fast erstarrt und wir gaben ihm nacheinander die Hand. Danach fing Godi noch an, was darüber zu erzählen. Es erschien uns allen so, als würde er sich sehr dafür interessieren, denn das Projekt hat nicht direkt etwas mit der Kirche zu tun, sondern mit einem sozialen Projekt, was schon seit 12 Jahren existiert. Währenddessen packten wir dem Papst eine Perumaus aus (das Gebäck, das wir zu sozialen Zwecken verkaufen, um dann den Gewinn unserer Partnerschule in Peru zu schicken, die damit dann soziale Projekte macht, z.B. Kindergärten und Grundschulen renovieren.). Er war, glaube ich, positiv überrascht, dass wir ihm nicht wie die meisten Bilder oder ähnliches schenkten, sondern was zum Genießen. Er sagte nämlich dazu: „Das sind jetzt meine“. Außerdem bekam er von uns noch ein Buch, in dem wir unser Projekt mit Peru vorstellten. Wir verbrachten im Gegensatz zu den anderen mehrere Minuten mit ihm, wogegen die anderen (aus der Prima Fila) mehrere Sekunden bis wenige Minuten mit ihm verbrachten, er muss sich also sehr für unser besonderes Projekt interessiert haben. Nach dem ganzen Drum und Dran gingen wir in ein Café in der Nähe vom Petersplatz und waren durch das einmalige Erlebnis immer noch geistig abwesend. Dort haben wir auch festgestellt, dass eine „Heiße Schokolade“ wirklich eine heißgemachte Schokolade ist und nicht wie bei uns mit viel Milch. Nachmittags trafen wir noch eine ehemalige Schülerin der Alma, die dort ein halbes Jahr studiert und uns noch etwas über die Stadt erzählte: Wie sie aussieht, wenn man hier für eine Weile lebt, und dass man nach drei bis vier Monaten sich halbwegs mit den Italienern verständigen kann. Kurz darauf machten wir alle zusammen eine Untergrundführung im Petersdom. Die Führung war sehr anschaulich, man sah viele wieder ausgegrabene Grabhäuser und einen kleinen Spalt vom Grab des Petrus. Jedoch hatte unsere Führerin einen sehr starken Akzent und sprach sehr schnell und falsch betont. Es war besonders anstrengend, ihr zuzuhören, und das, was sie sagte, zu verstehen. Während der Führung sah man dazu noch viele Gräber der vorherigen Päpste und eine schöne kleine Kapelle direkt unter dem Dom. Im Allgemeinen finde ich, die Führung hat sich über alle Maßen gelohnt. Am Abend gingen wir, wie den vorherigen Abend auch, zum gleichen Restaurant und haben uns die Fotos angesehen, die wir uns zwischendurch bei den Kameraleuten gekauft haben. Am Abend waren wir uns alle sicher, dass wir diesen Tag niemals wieder vergessen würden. Jasmin Bätje